Ice-Trekking auf dem gewaltigen Viedma Gletscher

  • Ausflug per Bus und Boot zum Viedma Gletscher
  • Eistrekking-Erfahrung mit Steigeisen geführt von einem Bergführer

 

Um 8 Uhr morgens stehen wir beim Touroperator Viva Patagonia bereit und werden vom Bus aufgeladen. Mit herrlichem Blick auf die wolkenlosen Berge fahren wir zum Ufer des Lago Viedma. Dort steht das Schiff bereit, um uns über das milchige Wasser zur Gletscherzunge zu fahren. Je näher wir dem Eiskoloss kommen, desto stärker wird der Wind. Bald folgen einige hausgrosse, blauleuchtenden Eisberge und dann ist auch schon die knapp 2 km breite Abbruchkante zu sehen.

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Der Viedma Gletscher umfasst eine Fläche von ca. 575 km² und 35 Kilometer lang (im Vergleich dazu ist der Aletschgletscher 117,6 km), was ihn zum grössten Gletscher Argentiniens macht. Er ist einer von insgesamt 48 Auslassgletschern der Campo de Hielo Sur-Eiskappe. Seine gesamte Eisfläche soll bis zu viermal grösser sein als der allerdings beeindruckendere Pertito Moreno. Nur dass die Zunge deutlich schmaler ist und kurz vor der Mündung eine Kurve macht und sich somit nicht überblicken lässt. Auch transportiert er viel mehr Sedimente mit sich. Was jedoch beeindruckender ist, sind die tiefblauen Stücke der härtesten, bis zu 400 Jahre alten Eisschicht.

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Nach dem Passieren der Front, legt das Schiff gleich daneben an. In Gruppen à 20 Personen aufgeteilt, beginnen wir mit dem Erklimmen des glattgeschliffenen Hügels. Wo heue blanker Fels glänzt, war noch vor 25 Jahren Gletscher. Ja, auch der Viedma ist auf dem Rückzug! Fragt sich lediglich wie gross der menschliche Einfluss darauf ist.

 

Oben angelangt überblicken wir den faltenwerfenden Eisriesen. Jedem Tourteilnehmer werden von den drei Bergführern Steigeisen angezogen und dann kann es los gehen. In Reih und Glied wandern wir nun auf dem Gletscher umher. Dabei sehen wir tiefblau leuchtende Gletscherspalten, Höhlen, Löcher, und Verwerfungen. Hinter jeder Ecke wartet wieder eine andere vergängliche Formation. Während ein Bergführer mit Eispickel und Steigeisen den Weg bahnt, sind die anderen darauf bedacht die Gruppe zu beobachten und zu helfen.

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Nach etwas über 1.5 Stunden ist das teuere, aber eindrückliche Vergnügen vorüber. Auf das Schiff wartend verzerren wir den mitgebrachten Lunch, bevors im Eiltempo zurück zum Bus von dort nach El Chaltén geht.
Jetzt legen wir uns nochmals etwas hin und geniessen die Ruhe.

 

Danach gilt es unsere Weiterreise zu organisieren. Schliesslich entschieden wir uns eine längere Busfahrt direkt nach Puerto Madryn für übermorgen zu kaufen und von dort die Peninsula Valdés zu besuchen. Von hier weiter nordwärts der Chilenischen Careterra Austral zu folgen wäre zwar spannend, aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln wohl weder einfach noch ideal. Nach dem Abendessen reden wir noch länger mit unserer älteren, vielbereisten, allein reisenden Zimmerpartnerin.
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Marcel Gross

swiss hobby photographer with a passion for wildlife, landscape and nature
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